Hoch zu Dampfross ritterten wir der Hauptstadt der Bajovaren entgegen. Frühmorgens, noch kein Strahl der Sonne berührte den tau-bedeckten Boden, und ein tapferer Recke mit seiner holden Maid wagten sich aus der vertrauten Heimat fort, um die Ureinwohner Amerikas verstehen zu lernen, ihre Kultur zu bewundern und ihre Essgewohnheiten zu verachten.
So stell ich mir den Anfang einer guten Geschichte vor, doch es kam viel besser. Die Reise hatte noch gar nicht begonnen und schon wollte meine holde Dame, normalerweise recht ruhigen Gemütes, einen Herrn durch mein Telefon ins Gesicht springen. Für diejenigen, die meine fantastisch vorgetragenen und überhaupt nicht in die Länge gezogenen, mit Mimik und Gestik unterstützten Geschichten kennen, man hat mit dem geschriebenem Wort einen noch längeren Atem. ;)
Alsdann: Papa Cheesy erzählt euch die Geschichte von der Julia und ihren ersten Versuchen mit der Kreditkarte. An dieser Stelle hab ich kurz gezögert. Ich wollte den anfänglich langweiligen und allgemeinen Teil weglassen, ABER wer hat es erraten? Stimmt. Es wäre nicht ich! :D
Jetzt ist ein bischen Vorstellungskraft gefragt. Bei Jenen, die länger als 4 Stunden fernsehen oder nicht mehr wie 20 Zeilen lesen können, verabschiede ich mich und bedanke mich sehr herzlich. (Ihr schaut die ZIB auch im 3Sat? Ihr Knicker) Eines noch vorweg. Meine anmutige und liebreizende Freundin wird von mir mit den überaus einfallsreichen Kosenamen "Mausi" gerufen. Sodala, nun denke ich, können wir mit der Geschichte lospreschen. Oder wie Falco es ausdrücken würde - 1 2 3 es is nix dabei - wenn i eich erzähl die Gschicht.
Wie es sich für ein junges Fräulein gehörte, das eine Reise in die Vereinigten Staaten unternimmt, bestellte sich auch mein Mausi eine Kreditkarte. Diesen Schritt freute nicht nur mich. Ich sah meiner Kreditkarte ein sternschnuppengleiches Schicksal voraus, die in meiner branntblasenübersähten Hand im vollen Glanze vor sich hin glüht. So war es in meiner Vorstellung. Aber es kam anders. Mein Frauchen bestellte ihre erste Kreditkarte und hielt somit grenzenlose Freiheit in Form einer goldenen Scheckkarte in der Hand. Der fabrikneue Geruch tat dem Duft nach Freiheit keinen Abbruch. Sanft streichelte sie die Prägung der Kreditkartennummer. Ihre Augen glänzten und funkelten im goldenen Angesicht der Karte. Wiedereinmal konnte es sein, dass ich leicht vom Thema abgekommen bin. Die Kreditkarte hatte Mausi ja schon länger. Nun befanden wir uns am Tag vor der Abreise. Ich hatte mich so weit vergaloppiert, dass ich es selber nicht mehr wusste, wo ich war. HAHAHA NOT.
Der Tag vor der Abreise. Er wird mir immer in Erinnerung bleiben. Eigentlich begann er eher unspektakulär. Ein bisschen Arbeiten - ein klein wenig Bandprobe, kurz noch mit den Burschen der Band zusammengesessen und nach ein paar Bierchen mit leichtem Damenspitz ging es schlussendlich gegen Mitternacht nach Hause. Packen war angesagt. Mit der Motivation eines Politikers, der ehrlich etwas Bewegen will, ging ich ans einpacken. Nach einer Stunde und 3 Zigarettenpausen (ich weiß Zigarettenpause ist keine SI-Einheit für Zeit, ist sehr unterschiedlich, kann aber mit 5 Minuten gut berechnet werden oder unter Stress oder im working-mode mit 2 Minuten) fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wir hatten den 24-Stunden Online Check-In. Die 24 Stunden waren ja eh schon lang angebrochen und somit kramte ich unsere Papiere heraus. Ich checkte munter drauf los und ein. Mangelnder Konzentrationsfähigkeit, konnte sowohl die Bierchen als auch simple Übermüdung sein, dauerte dieses Prozedere 1 Stunde. Im Laufe dessen gesellte sich auch mein Mausi zu mir. Nachdem ich unsere Boarding Pässe ausgedruckt und eine Wahnsinnsidee selten alleine bleibt, kam auch mein Mausi auf eine. Sie könnte die Online-Abfrag ihrer Kreditkarten-Umsätze aktivieren. Gesagt; getan. Ich hingegen war schon am kritischen Punkt der Müdigkeit angelangt. Ihre Unterlagen im Unterarm ließ sie mir keine andere Wahl und ich nahm ihre Befehle entgegen. Auf Grund der fortgeschrittenen Übermüdung, konnte als FAST-REM-Schlaf eingestuft werden, diktierte sie mir gewisse Sachen oft 3-mal. Ihre Stimmung wurde zusehends schlechter. Ein kurzer Triumph meinerseits vermochte die Situation auch nicht lockern und so passierte, dass ich nach wiederholter Falscheingabe ihres Einmalpasswortes, ihren Account gesperrt hatte. Das Unheil war angerichtet, aber es sollte mir noch sehr viel Freude bereiten. Die Reaktionen konnten nicht unterschiedlicher sein. Meine Wenigkeit begnügte sich mit Resignation und sich dem Wunsch der Müdigkeit hinzugeben. Anders war Mausi zumute. Ihre Stimmung kippte schlagartig und war nun brodelnde Wut. Ich versuchte mich gleich in Deckung zu bringen, aber eigentlich war der Zeitpunkt schon gekommen, wo mir alles Wurscht war. Plötzlich sah sie die Nummer des Kundenservice, dessen ungeachtet: es war 2 Uhr morgens. Mausi ließ es sich nicht nehmen wutentbrannt dort anzurufen. Sie erwischte einen äußerst höflichen Mitarbeiter, der ihr sachlich erklärte, dass sie 2 Einmalpasswörter angefordert hätte und das Zweite wohl noch mit der Post unterwegs sei. Er hatte den Account wieder entsperrt. Mein Fräulein Maus war von dieser Nachricht nicht so angetan und beschloss kurzerhand auf Stur zu schalten und es zu verneinen. Ich konnte mich im Hintergrund nicht mehr beherrschen, da das Gespräch bizarre Formen angenommen hatte. Ich lachte so laut, dass der werte Herr auflegte. Die brachte meine Frau Maus auf die Palme und ich musste dabei immer heftiger lachen. (Mein Kopf lag am Tisch --> nicht geeignet für Lachen -->Vibrationen) ;)
Mein Fräulein schaukelte sich indes selbst vor Wut auf. Mein Lachen sollte noch sein Übriges tun. Sie schnappte sich nochmal das Handy. Wahlwiederholung. Sie grüßte den Mann: ja, nochmal Edtmayer. Man konnte deutlich hören, obwohl kein Lautsprecher eingeschalten war, dass der Mann antwortete: da habens mit meinen Kollegen telefoniert. So ging das Gespräch von vorne los, nur dass mein Mausi das zweite Einmalpasswort wissen wollte. Ich konnte mich vor lachen kaum noch auf dem Sessel halten. Ich hatte meine Maus mit dem Lachen angesteckt. Jetzt wurde der Servicemitarbeiter ungemütlich und fragte, ob sie eigentlich wüsste, dass es in Österreich 2 Uhr morgens sei und dass die Service-Hotline keine Notfall-Hotline ist. Da Sprach meine Maus die legänderen Worte, wonach ich mich am Boden vor lachen räkelte.
"Aber da steht, ich kann sie anrufen."
Ich lachte. Meine Maus lachte. Ob der Servicemitarbeiter gelacht hatte, wissen wir nicht. Er hatte aufgelegt.
Schlussendlich hatten wir uns durchgerungen ins Bett zu gehen. Meine Frau Maus nahm nur schnell ihre Handtasche und hatte plötzlich das zweite Einmalpasswort in Händen. Wie ist das Wort dafür. Aja, richtig Blasphemie! Hehehe
Account angemeldet und ab ins Bett. Fertig gepackt wurde früh morgens.
5 Uhr Tagwache. Frühstück, Packen, Dusche etc. standen auf der Tagesordnung. Unser Taxi flog uns beinah mit dem Auto von Mondsee nach München. An dieser Stelle DANKE DOMI!
Das einzige weitere Highlight bestand darin die Leute am Bag Drop vor zu lassen, welche eine Stunde vor uns flogen. Sie hatten schon leichten Angstschweiß auf der Stirn, wenn sie auf die Uhr blickten. Nach 12 Stunden Flug waren wir an dem Ort unserer Bestimmung angelangt. In der großen Fremden Stadt versuchten wir auch unsere "Host" zu erreichen. Fehlanzeige. Mit der Ungewissheit nahmen wir uns trotzdem ein "Yellow Cab" und nach mehreren Schwierigkeiten unserem Taxifahrer die Adresse beizubringen, gaben wir sie ihm schriftlich. Weiters kämpften wir mit der Angst, dass unser Gepäck bei jeder Bodenwelle flöten gehen konnte, da die Spaltmaße des Kofferraumdeckels ca 10 cm betrugen. Schließlich an der Adresse angekommen, fanden wir das Haus nicht. War auch ziemlich schwer, da es eher nach Industriegebiet als nach Wohngegend aussah. Unser Taxifahrer unterstützte uns und suchte mit uns die Tür. Nach kurzem auf und ab der Straße fanden wir sie schließlich. Die Tür zu unserer Dusche. War auch bitter nötig nach der 18-Stunden-Reise. Verlassen im nirgendwo in Brooklyn versuchten wir nochmals unser Glück und riefen Lizzy alias "our host" mit Erfolg an.
Es dauerte nicht lange und entschliefen in das Land der Träume.
Hiermit endet auch der Anfang der Geschichte. Morgen steht Shopping auf der Tagesordnung, da wir nur mit leichtem Gepäck verreist sind. Da kommt Freude auf.
Gute Nacht ihr lieben Zuhausegebliebenen
PS.: Für etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler wird keine Haftung übernommen. Ich gehe davon aus, ich wollte diese etwaigen Fehler so schreiben! und basta
Fotos folgen
hey cheesy cheesinger und Mausi!
AntwortenLöschenschön zu hörn, dass alles geklappt hat! cooler blog übrigens zwar laaaannnnng (man merkt du hattest zeit :) aber in gewohnter cheesy-manier unterhaltsam.
Weiter so! und weiter viel spaß beim geldvernichten ^^